Ratgeber
Evidenzgrade A, B, C und T verstehen
Eine vorhandene Studie bedeutet nicht automatisch, dass eine Pflanze beim Menschen nachweislich wirkt. Auf Herbadex trägt jede Nutzenaussage einen von vier Evidenzgraden.
Aktualisiert: 15. Oktober 2026
A — Starke klinische Evidenz
Anwendungen mit aussagekräftigen klinischen Humanstudien und gegebenenfalls EMA-Bewertung als medizinisch etablierte Anwendung.
Beispiele sind Sennesblätter bei kurzfristiger Verstopfung, Flohsamenschalen als Quellstoff und Ingwer bei Reiseübelkeit.
B — Begrenzte klinische Evidenz
Kleine Humanstudien oder vorläufige Metaanalysen deuten auf möglichen Nutzen hin. Teilnehmerzahl oder Studienqualität sind begrenzt.
Diese Ergebnisse sind vielversprechend, ersetzen aber keine medizinische Standardversorgung.
T — Traditionelle Anwendung
Die häufigste Kategorie in EMA-Monografien. Klinische Wirksamkeitsbelege fehlen; die Anwendung erscheint aufgrund mindestens 30 Jahren dokumentierter Nutzung plausibel, davon mindestens 15 Jahre in der EU.
Kamillen-, Lindenblüten-, Melissen- und Fencheltee bei Erkältungs- oder leichten Verdauungsbeschwerden gehören zu dieser Kategorie. Traditionell bedeutet nicht nutzlos, sondern auf langjähriger Erfahrung statt auf klinischen Studien beruhend.
C — Nur Labor- oder Tierstudien
Effekte wurden ausschließlich in Zellkulturen oder Tierversuchen beobachtet. Eine Reagenzglaswirkung beweist nicht, dass ein Tee dieselbe Wirkung im menschlichen Körper erzielt.
Deshalb stellt Herbadex Ergebnisse mit Evidenzgrad C nicht als vorrangigen Nutzen dar.
Häufige Fragen
Was unterscheidet traditionelle Anwendung (T) von klinischer Evidenz (A/B)?
Klinische Evidenz stammt aus kontrollierten Humanstudien. Traditionelle Anwendung beruht auf mindestens 30 Jahren dokumentierter sicherer Nutzung ohne erforderliche klinische Studien.
Warum belegen Reagenzglasstudien (C) keinen Nutzen beim Menschen?
Direkt auf Zellen gegebene Stoffe können bei der Verdauung abgebaut werden oder menschliches Gewebe nie in derselben Konzentration erreichen.
Bedeutet Evidenzgrad A, dass Nebenwirkungen ausgeschlossen sind?
Nein. Der Evidenzgrad beschreibt die Erforschung einer Wirkung, nicht die Risikofreiheit. Auch A-Pflanzen wie Sennes und Johanniskraut haben wichtige Warnhinweise.
Quellen
- European Union herbal monograph on Matricaria recutita L., flosEMA HMPC · 2015
- European Union herbal monograph on Zingiber officinale Roscoe, rhizoma – Revision 1EMA HMPC · 2025
- WHO Monographs on Selected Medicinal Plants (Volumes 1–4)World Health Organization · 2009
- Herbs at a Glance: Evidence-Based Fact Sheets on Botanical ProductsNIH NCCIH · 2024
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B Begrenzte klinische EvidenzNigella sativa
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