Ratgeber

Pflanzen sicher kaufen und aufbewahren

Pflanzensicherheit beginnt mit der richtigen Art und guter Aufbewahrung. Lose Pflanzen in offenen Säcken verlieren unter Licht, Feuchtigkeit und Staub Inhaltsstoffe und können Schimmelpilzgifte enthalten.

Aktualisiert: 15. Oktober 2026

1. Namen allein reichen nicht: Art und Pflanzenteil prüfen

Verschiedene Pflanzen tragen oft denselben Namen. Türkisches Kantaron bezeichnet sowohl Johanniskraut (Hypericum perforatum) mit vielen Wechselwirkungen als auch Tausendgüldenkraut (Centaurium erythraea).

Die Bewertung eines Pflanzenteils, etwa Pfefferminzblättern, gilt nicht automatisch für einen anderen, etwa reines ätherisches Öl. Botanischen Namen und Pflanzenteil wie Blatt, Blüte, Wurzel oder Samen auf dem Etikett prüfen.

2. Risiken unbeschrifteter loser Ware

Offen gelagerte Pflanzen nehmen Luftfeuchtigkeit und Staub auf. In feuchtem Material können Schimmel und Mykotoxine entstehen, bevor sichtbarer Schimmelbelag auftritt.

Aromatische Pflanzen wie Pfefferminze, Kamille, Melisse und Thymian verlieren offen rasch ätherische Öle.

  • Geschlossene, lichtgeschützte Verpackung mit Chargennummer und Haltbarkeitsdatum bevorzugen.
  • Verblasstes, verklumptes oder muffig riechendes Material ablehnen.
  • Unbeschriftete Schlankheitstees oder Pasten mit nicht offengelegten Zutaten vermeiden.

3. Sichere Aufbewahrung zu Hause

Getrocknete Pflanzen von Hitze und Dampf über dem Herd oder im Bad fernhalten. In luftdichten dunklen Gläsern oder Dosen in einem kühlen, trockenen Schrank lagern.

Ölreiche Samen wie Leinsamen oder Schwarzkümmel nicht lange vorgemahlen aufbewahren. Nach dem Zerkleinern oxidieren die Fette rasch und werden ranzig. Kleine Mengen frisch mahlen.

4. Übliche Haltbarkeit

Gut gelagerte getrocknete Blüten und Blätter möglichst innerhalb etwa 1 Jahres verbrauchen, Wurzeln und Rinde innerhalb 1–2 Jahren. Geöffnete fette und ätherische Öle oxidieren schneller. Gut verschlossen in dunklen Flaschen lagern.

Häufige Fragen

Ist lose Ware aus offenen Behältern sicher?

Offene Behälter bergen höhere Risiken für Verwechslungen, Staub und feuchtigkeitsbedingten Schimmel. Geschlossene Packungen mit botanischem Namen und Haltbarkeitsdatum sind sicherer.

Gehören getrocknete Pflanzen in den Kühlschrank?

Nein. Sie können Kondenswasser aufnehmen. Luftdicht in einem kühlen, trockenen Schrank lagern. Kalt gepresste Öle wie Leinöl hingegen nach dem Öffnen kühlen.

Woran erkenne ich verdorbene Pflanzen?

Material entsorgen, wenn Duft und Farbe verloren gehen, es muffig oder ranzig riecht oder Feuchtigkeit beziehungsweise Insekten sichtbar sind.

Quellen

  1. Patient leaflet template concerning advice on the preparation of herbal teas as (traditional) herbal medicinal products by end-usersEMA HMPC · 2016
  2. WHO Monographs on Selected Medicinal Plants (Volumes 1–4)World Health Organization · 2009
  3. Trease and Evans Pharmacognosy (16th Edition)Elsevier Health Sciences · 2009

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Evidenzgrade A, B, C und T verstehen →

Starke klinische Evidenz (A), begrenzte Studien (B), Labordaten (C) und Tradition (T): Aussagen über Pflanzen kritisch und sicher einordnen.

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