Vergleiche

Teufelskralle oder Weidenrinde?

Teufelskrallenwurzel (Harpagophytum procumbens) und Weidenrinde (Salix) bewertet die EMA bei leichten Gelenkschmerzen; ein Cochrane-Review untersucht ihre Extrakte auch bei kurzzeitigen Kreuzschmerzen. Die Tabelle entsteht aus den quellenbasierten Steckbriefen beider Pflanzen.

Teufelskralle oder Weidenrinde?
MerkmalTeufelskralleHarpagophytum procumbens, H. zeyheriWeidenrindeSalix spp.
Stärkste EvidenzB Begrenzte klinische EvidenzB Begrenzte klinische Evidenz
AnwendungsgebieteGelenke, Knochen und Schmerzen, VerdauungGelenke, Knochen und Schmerzen, Immunsystem
ZubereitungsformGetrocknete Pflanzen und TeeGetrocknete Pflanzen und Tee
AnwendungBei Gelenkschmerzen 4,5 g Wurzel mit 500 ml kochendem Wasser übergießen und 8 Stunden ziehen lassen. Über den Tag in 3 Portionen trinken.1–3 g zerkleinerte Rinde mit 150 ml kochendem Wasser aufgießen. Nach Mahlzeiten trinken.
SchwangerschaftVermeidenVermeiden
StillzeitVermeidenVermeiden
Empfohlenes MindestalterAb 18 JahrenAb 18 Jahren
ArzneimittelwechselwirkungenKeine Wechselwirkungen dokumentiertSchwerwiegende Wechselwirkungen: 1
Maximale AnwendungsdauerNicht angegebenHöchstens 4 Wochen

Welche Pflanze für welchen Zweck?

Teufelskralle

Traditionell bei leichten Gelenkschmerzen und bei Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und Appetitlosigkeit; der standardisierte Extrakt kann bei kurzzeitigen Kreuzschmerzen helfen (Evidenz niedriger Qualität). Nicht bei aktivem Magengeschwür.

Vollständiger Steckbrief →

Weidenrinde

Der standardisierte Extrakt kann bei kurzzeitigen Kreuzschmerzen helfen (Evidenz mittlerer Qualität); Rindentee wird traditionell bei leichten Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen und Erkältungsfieber getrunken. Starke Wechselwirkung mit Blutverdünnern.

Vollständiger Steckbrief →

Gut zu wissen

  • Weidenrinde nicht bei Allergie gegen Aspirin oder NSAR, salicylatbedingtem Asthma, aktivem Magengeschwür oder Gerinnungsstörungen verwenden.
  • Beide werden unter 18 Jahren sowie in Schwangerschaft und Stillzeit nicht empfohlen; Weidenrinde im letzten Schwangerschaftsdrittel keinesfalls anwenden.
  • Bei geschwollenem, gerötetem Gelenk oder Fieber ärztlichen Rat einholen.

Quellen

  1. European Union herbal monograph on Salix [various species including S. purpurea L., S. daphnoides Vill., S. fragilis L.], cortex – Revision 1EMA HMPC · 2017 · MonografieQuelle abgerufen:
  2. European Union herbal monograph on Harpagophytum procumbens DC. and/or Harpagophytum zeyheri Decne., radix – Revision 1EMA HMPC · 2016 · MonografieQuelle abgerufen:
  3. Herbal medicine for low-back painCochrane Database of Systematic Reviews · 2014 · Systematische ÜbersichtsarbeitQuelle abgerufen: